Hollow Knight: Silksong
Lang erwarteter Nachfolger für einen der erfolgreichsten Metroidvania-Titel.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Zusatzinfos:
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
Willkommen in Pharloom, einem gefallenen Königreich voller Geheimnisse in einer liebevoll gestalteten Welt bevölkert von Insekten. Nach den Ereignissen des erfolgreichen Vorgängertitels Hollow Knight wurde die rätselhafte Hornet in dieses von seltsamen Ereignissen geplagte Königreich verschleppt. Auf ihrem gefährlichen Weg zur Spitze von Pharloom muss sie nicht nur die Mysterien des gefallenen Reichs ergründen, sondern auch die verborgenen Fäden entdecken, die ihr eigenes Schicksal mit Pharloom verweben.
Das 2D-Action-Adventure im Stil des Metroidvania-Genres schafft es meisterhaft, eine wunderschöne und atmosphärische Welt mit einem schnellen Kampfsystem, präzisen Sprungpassagen und einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad zu vereinen. Das Königreich Pharloom ist ein riesiges offenes Gebiet, in dem einzelne Sektionen komplex miteinander verstrickt sind. Immer wieder lernt Hornet Fähigkeiten, die bisher unerreichbare Stellen in vorherigen Abschnitten freischalten und zum Zurückkehren einladen. Und das Erkunden lohnt sich, denn Silksong ist voller geheimer Gebiete, versteckter Items und neuer Fähigkeiten. Auch begegnet Hornet vielen exzentrischen, aber liebenswerten Käfern, die in einer süßen Fantasiesprache sprechen, Aufgaben für sie haben und ihr auf ihrer Reise helfen können. Doch nur selten trifft sie auf solche Freundlichkeit in Pharloom – meist erwarten sie Gefahren und erbitterte Kämpfe. Vor allem die abwechslungsreichen und kreativen Bosse stellen große Herausforderungen dar. Um diese zu meistern, stehen der flinken Hornet diverse Waffen, Fähigkeiten und Hilfsmittel zur Verfügung, wodurch ein komplexes, aber erfüllendes Kampfsystem entsteht.
Pädagogische Beurteilung
Eine fantastische Welt mit düsterer Stimmung
Das Erste, was Spieler*innen beim Start von Hollow Knight: Silksong begeistern wird, ist, wie viel Liebe offensichtlich in jedem Detail der Welt steckt. Pharloom erwacht dank wunderschön gezeichneter Animationen und traumhafter Szenerien zum Leben, während fantastische Musik die Atmosphäre unterstreicht. Doch diese Atmosphäre ist oft düster und deprimierend. Pharloom ist ein Königreich, das die besten Zeiten schon lange hinter sich gelassen hat, sodass Hornet durch eine Welt im Verfall reist. Viele Gebiete sind dunkel und grau, die Musik traurig und melancholisch und es bleibt ein Gefühl allein und isoliert zu sein. Auf ihrer Reise findet Hornet fast nur zerstörte Orte und die Überreste der ehemaligen Bewohner*innen von Pharloom, die teils sogar auferstehen, um gegen sie zu kämpfen. Die wenigen Charaktere, die noch leben, ringen in kleinen Enklaven um ihr Überleben, oder haben bereits aufgegeben, während einige der liebenswerten Verbündeten, die Hornet auf ihrer Reise trifft, tragische Enden finden. Diese Themen des Verfalls, die generelle bedrückende Atmosphäre sowie stellenweise gruselige Orte und Feinde könnten besonders junge Spieler*innen belasten.
Eine klare Handlung, dennoch voller Geheimnisse
Die eigentliche Handlung von Silksong ist recht simpel und sehr viel klarer präsentiert, als es noch im Vorgänger Hollow Knight der Fall war. Nicht zuletzt dadurch, dass die Protagonistin Hornet, im Gegensatz zum Ritter im Vorgängertitel, sprechen kann und eigene Wünsche und Ziele verfolgt. So sind die Handlungsstränge und Beweggründe von Hornet gut verständlich, wodurch auch jüngere Spieler*innen der Haupthandlung folgen können. Davon abgesehen gestaltet sich aber vor allem die wichtige Vorgeschichte sehr komplex und in Geheimnisse gehüllt. Um herauszufinden was in Pharloom geschah, müssen Spieler*innen dutzende vage Anspielungen, kleine Informationsschnipsel, Hinweise aus der Spielumgebung und Beschreibungstexte von gefundenen Gegenständen wie ein Puzzle zusammensetzen. Zwar macht das Aufdecken dieses Mysteriums großen Spaß, kann aber auch schnell verwirren und dazu führen, dass wichtige Hintergrundinformationen verpasst werden. Das stellt gerade für jüngere Fans eine große Herausforderung dar.
Lange Reise für wenig Geld
Hollow Knight: Silksong ist ein noch größeres und ambitionierteres Projekt als der Vorgänger. Das Königreich Pharloom bietet eine riesige Karte voller Dinge, die darin zu tun und zu entdecken sind. Es gibt neben der Hauptquest dutzende Nebenaufgaben, die man für die Bewohner*innen von Pharloom erledigen kann. Außerdem gibt es durch ausgiebiges Erkunden etliche geheime Charaktere, Gebiete, Gegenstände und Bosse zu entdecken. Viele davon sind sehr gut versteckt und es braucht clevere Kombinationen von Fähigkeiten, um sie zu erreichen. Typisch für das Metroidvania-Genre gibt es Stellen, an denen Spieler*innen nicht sofort weiterkommen, sodass sie später zurückkehren müssen, wenn sie im Verlauf neue Fähigkeiten erhalten, beispielsweise Orte, die so hoch sind, dass man sie nur mit einem Doppelsprung erreichen kann. Erkunden lohnt sich also.
Ein erstes Durchspielen, in dem alles erkundet wird, kann gute 70 Stunden Spielspaß bedeuten, und das ist noch nicht alles, was Silksong zu bieten hat. Selbst die gründlichsten Entdecker*innen übersehen in ihrem ersten Durchlauf meist Dinge, wodurch es zum mehrfachen Spielen einlädt. Da individuell gewählt werden kann, über welche Fähigkeiten Hornet verfügt, können dabei gänzlich neue Spielstile ausprobiert werden. Darüber hinaus gibt es mehrere verschiedene Enden, die freigespielt werden können sowie zahlreiche Achievements (Errungenschaften für bestimmte Aufgaben) und einige zusätzliche Spielmodi. All dies gibt es für etwa 20€. Das Preismodell ist dabei klassisch und verbraucherfreundlich, denn es handelt sich dabei um einen einmaligen Festpreis, für den das gesamte Spiel ohne Einschränkungen erworben wird. Silksong enthält keine weiteren bezahlbaren Inhalte oder sogenannte Mikrotransaktionen, lediglich die Spielmusik lässt zusätzlich für 10€ als herunterladbare Dateien kaufen. Sogar die für 2026 angekündigte Erweiterung Sea of Sorrow wird komplett kostenfrei sei. Hollow Knight: Silksong bietet also sehr viel Spielspaß zu einem fairen Preis und nutzerfreundlichen Bezahlmodell.
Bockkäfer schwer
Bereits der Vorgänger Hollow Knight war als sehr anspruchsvolles Spiel berüchtigt, und Silksong steht ihm da in nichts nach. Die Steuerung ist sehr präzise und Hornet ist eine wirklich schnelle und mobile Hauptfigur. Es macht großen Spaß, mit Hornet erfolgreich durch die Welt zu navigieren und Kämpfe zu meistern, doch gibt es bis dahin viel zu lernen. Es gibt ein großes Arsenal an Fähigkeiten und Gegenständen, die taktisch angepasst werden können, aber es kann auch schnell überwältigend sein, so viele Optionen zu haben und diese im hohen Tempo des Spiels korrekt anzuwenden. Zwar werden sie erst nach und nach eingeführt, dennoch ist die Lernkurve sehr steil und es mangelt an Erklärungen.
Leider nimmt Silksong offenbar an, dass bereits Hollow Knight gespielt wurde, denn das Spiel beginnt ohne jegliche Erklärung der Grundlagen und wirft Spieler*innen direkt in kaltes Wasser. Es gibt keine Erläuterung der Knopfbelegungen, der grundlegenden Spielmechaniken und Fähigkeiten und auch kein Tutorial-Gebiet. Dass die Steuerung so präzise und schnell ist, und Hornet so viele Optionen hat, bedeutet auch, dass das Spiel entsprechend entworfen wurde. Um die diversen Sprung- und Klettersektionen zu meistern brauchen Spieler*innen oft die volle Bandbreite an Bewegungsmöglichkeiten und schnelle Eingabe der richtigen Tasten. Auch die Kämpfe, vor allem die komplexen Bosse, benötigen schnelle Reaktionszeiten und lassen wenig Raum für Fehler, da sie viel Schaden machen und es meist mehreren Angriffen gleichzeitig auszuweichen gilt. Dabei muss sich oft über einen längeren Zeitraum konzentriert werden, da Fehlschläge durch einen Neustart am letzten Rastpunkt bestraft werden. Diese sind nur spärlich verfügbar und oft ein gutes Stück entfernt, wobei das Level mit all seinen Gefahren neu durchlaufen werden muss, um beispielsweise zurück zu einem Bosskampf zu gelangen. Dies verlangt große Geduld und Frustrationstoleranz von Spieler*innen ab, doch die Erfolgserlebnisse sind dadurch umso größer.
Fans lieben die Reihe gerade für diese präzise Steuerung und den hohen Schwierigkeitsgrad, doch da es keine Einstellungsmöglichkeiten für den Schwierigkeitsgrad gibt, lässt sich das Spiel auch nicht für jüngere oder unerfahrenere Personen vereinfachen und sie können sich dadurch frustriert und ausgeschlossen fühlen. Silksong richtet sich daher an erfahreneren Spieler*innen, die ein hohes Maß an Geduld und Frustrationstoleranz mitbringen und schwierige Herausforderungen mögen.
Fazit
Das 2D-Metroidvania ist ein wunderschönes und atmosphärisches Meisterwerk, das durch seine hohe Schwierigkeit vor allem geübte Spieler*innen anspricht. Aufgrund dieses hohen Schwierigkeitsgrads und der dadurch benötigten Frustrationstoleranz sowie der düsteren Atmosphäre richtet sich das Spiel eher an ätere Spieler*innen und Jugendliche, die erfahren in ähnlichen Spielen sind und die Herausforderung lieben. Zudem ist es empfehlenswert, zunächst den Vorgänger Hollow Knight zu spielen.
