Spielbeurteilung

No, I’m not a Human

Indie-Horrorspiel über schwerwiegende Entscheidungen und Vorurteile in einem apokalyptischen Setting.

4
5

Allgemeines

Vertrieb: Critical Reflex
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 15. September 2025
Plattformen:

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

Nicht USK geprüft
nicht USK geprüft

Spielmodi:

  • nur alleine spielbar

Pädagogische Altersempfehlung

16
spielbar ab 16 Jahren

Spielbeschreibung

Niemand weiß warum, aber die Sonne ist plötzlich gefährlich geworden. Mutierte Menschen invadieren die Stadt und die Regierung ruft den Katastrophenzustand aus. Die Spielenden sind im abgeschotteten Haus, als es an der Tür klopft. Menschen mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen, körperlichen Eigenschaften und Besonderheiten suchen Zuflucht vor der Hölle, in die sich die Welt verwandelt hat. Nun muss anhand eines Gesprächs entschieden werden, ob vor der Haustür wirklich ein Mensch steht oder ob es sich um ein infiziertes Wesen handelt, und die Person entweder reingelassen oder abgewiesen wird. Denn, wenn plötzlich eine groteske Gestalt an der Tür steht und herausfindet, dass die Spielenden allein sind, dann werden sie getötet. No, I’m not a Human ist ein Indie-Horrorspiel, in dem Vorurteile gegenüber anderen Menschen überwunden werden müssen, um zu überleben.

Pädagogische Beurteilung

Düstere, apokalyptische Stimmung

Das Spiel findet in einem klaustrophobisch engen Haus statt, in dem sich die Spielenden frei bewegen können. Die Atmosphäre ist düster und erdrückend. Die Fenster sind verriegelt und Spielende erfahren nur durch das Radio, den Fernseher oder durch Gespräche mit anderen, was gerade in der Welt außerhalb vor sich geht. Trotzdem ist die Endzeitstimmung spürbar. Menschen sind verängstigt, verzweifelt und misstrauen einander. Die Apokalypse bringt zahlreiche Schicksalsschläge mit sich, vor allem für die Ungesehenen der Gesellschaft, wie Ältere, Kinder, Behinderte, Kranke oder Menschen ohne feste Unterkunft, aber auch diejenigen, die extreme oder religiöse Weltansichten vertreten.

Mensch oder Nicht-Mensch

Bei Nacht klopfen die verschiedenen Menschen an der Haustür. Spielende müssen Dialogoptionen anklicken, um mittels eines Gesprächs herausfinden, ob es sich um einen Menschen handelt. Anschließend können sie entscheiden, ob sie die Person in ihr Haus lassen oder ablehnen. Wenn sie die Person reinlassen, zieht diese in eines der Zimmer ein und tagsüber kann mit ihnen interagiert werden. Unter anderem können Tests durchgeführt werden, mit denen sich erkennen lässt, ob es sich wirklich um Menschen handelt oder ob man sich vielleicht doch ein infiziertes Wesen ins Haus geholt hat.

Hierbei helfen die Informationen, die Spielende durch den Fernseher oder das Radio erhalten, wobei diese nicht immer akkurat sind. So haben Infizierte angeblich saubere Zähne und blutunterlaufene Augen, doch können Menschen genauso gut blutunterlaufene Augen haben, weil sie die Nacht davor nicht geschlafen haben. Spielende müssen also den Personen und ihren Geschichten genau zuhören und mit den Informationen der Medien abgleichen, um schließlich zu entscheiden, ob sie die Person mit ihrer Waffe töten oder ihr vertrauen.

Einschätzung des Horrors

Das Spiel hat im Vergleich zu anderen Horrorspielen wenige plötzliche Schreckmomente, dafür baut die düstere Atmosphäre jedoch durchgehend Spannung auf und löst ein Gefühl der Beklemmnis aus. Spielende werden in eine hoffnungslose Situation versetzt, aus der es kein Entkommen und keine Rettung gibt. Die Endzeit lässt sich nicht aufhalten. Dies kann ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und Betrübnis auslösen, insbesondere da dies einige starke Parallelen zu der Corona-Pandemie aufweist. Gleichzeitig zeigt das Spiel auf eindringliche Weise, wie schwierig es sein kann, Menschen anhand einer schwachen Faktenlage zu beurteilen und dass nicht jeder Mensch, der anders aussieht oder eine andere Sichtweisen vertritt, schlecht sein muss. Die Informationen von Medien können zwar helfen, eine erste Einschätzung von einer Situation zu erlangen, müssen aber stets in einem kritischen Kontext betrachtet werden.

Aufgrund der schwierigen Thematik, der durchgehend erdrückenden Atmosphäre und des Horror-Aspekts richtet sich der Titel an Ältere. Kinder und Jugendliche könnten Schwierigkeiten haben, die Thematiken zu verstehen und in den Kontext zu setzen und erschrecken womöglich über die teils heftige Darstellung von Schicksälen und Leichen, zumal Spielende aktiv Entscheidungen treffen, die das Leben der Spielfiguren teils negativ beeinflusst.

Fazit

No, I’m not a Human ist ein düsteres Indie-Horrorspiel in einem apokalyptischen Setting, bei dem Spielende schwerwiegende Entscheidung auf einer schwachen Faktengrundlage treffen müssen. Um zu überleben müssen sie Menschen beurteilen und sich dabei auch ihren eigenen Vorurteilen stellen. Aufgrund der durchgehend bedrückenden Atmosphäre, des Horror-Aspekts und der schwierigen Thematik richtet sich das Spiel an ältere Personen.