Spielbeurteilung

Shift Happens

Herausfordernder kooperativer Puzzle-Plattformer mit zwei Gelee-Figuren, die aus einer Fabrik fliehen möchten.

4
5

Allgemeines

Vertrieb: Deadalic Entertainment
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 22. Februar 2017
Genres:

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

USK ab 0
USK ab 0 freigegeben

Spielmodi:

  • max. 2 Spieler*innen
  • Gegeneinander
  • Miteinander
  • Lokal
  • Online

Pädagogische Altersempfehlung

10
spielbar ab 10 Jahren

Spielbeschreibung

In Shift Happens ist es unsere Aufgabe, die beiden Figuren Bismo und Plom aus einer riesigen automatischen und futuristischen Fabrik herauszuführen. Wir können entweder alleine beide Figuren abwechselnd und teilweise gleichzeitig steuern oder wir spielen zu zweit vor demselben Bildschirm oder online. Um den jeweiligen Ausgang zu erreichen, müssen die beiden Figuren zusammenarbeiten und Schalter betätigen, Plattformen erreichen und andere Hindernisse überwinden. Eingesammelte Leuchtkugeln bringen neue Leben für die Durchgänge oder wir schalten spezielle Herausforderungen frei. Mit jedem Level erhalten wir weitere Fähigkeiten und können uns dann gegenseitig werfen oder hochziehen, um an schwer erreichbare Stellen zu gelangen. Oder wir können unsere Körperform verändern und sind entweder groß und stark, um Kisten zu werfen oder klein und leicht, um z.B. schmale Gänge durchqueren zu können. Das lineare Spiel ist nach über 40 Leveln sowie optionalen Bonusleveln beendet. Der Singleplayer-Modus ist etwas anders gestaltet und bietet andere Herausforderungen. Letztlich gilt es aber immer, den jeweiligen Ausgang gemeinsam zu erreichen, feindliche Figuren oder Endbosse gibt es nicht.

Pädagogische Beurteilung

Bismo & Plom wollen raus aus der Fabrik

Durch einen Farbunfall erhalten die beiden geleeartigen Figuren eigene Identitäten und wollen aus der seltsamen Fabrik fliehen. Was wir eigentlich sind und wofür uns diese Fabrik produziert hat, erfahren wir nicht. Das gesamte Spiel erzählt nur durch die Bildsprache die Geschichte und zeigt über eine Karte, wie der weitere Weg durch die riesige Fabrik führen wird. In vier verschiedenen Welten (Labor, Wald, Canyon und Grotte) muss der jeweilige Ausgang gefunden werden. Ein Alleingang ist nicht möglich. Bereits im ersten Level wird klar, dass man hier zusammenarbeiten muss. Absprachen untereinander sowie gutes Timing sind bei den Sprungpassagen besonders wichtig. Das Spiel kann schnell fordernd sein und jüngere Spielende müssen sich erst einmal an die vielen Steuerungsmöglichkeiten gewöhnen. Dies gilt in der Single Kampagne umso mehr, da wir dort beide Figuren steuern müssen, teilweise sogar gleichzeitig.

Herausfordernde Rätsel

Neben dem Springen können wir auch Kisten verschieben oder sogar werfen, um schwer erreichbare Bodenschalter zu aktivieren. Durch unser Gewicht oder das Gewicht von Kisten werden Türen und Durchgänge über Knöpfe geöffnet, in die zunächst nur unser Mitspieler bzw. unsere Mitspielerin gehen kann, um dort einen weiteren Schalter zu betätigen, damit unsere Spielfigur durchgehen kann. Die Rätselketten sind zusätzlich nochmals komplexer, weil sich unsere Charaktere auf Knopfdruck selbst verändern können. Sind wir groß, können wir größere Kisten verschieben oder durch tiefes Wasser gehen, um scheinbar unerreichbare Schalter zu erreichen. Sind wir klein, so sind schmale Durchgänge kein Problem und wir können weiter springen. Oder wir werden durch unseren größeren Partner bzw. unsere größere Partnerin hochgehoben, um dann nach oben oder nach vorne geworfen zu werden. Dadurch ergeben sich zusätzliche Rätselherausforderungen, die mit jeder Welt schwieriger und komplexer werden. Das Spiel bleibt dabei jedoch fair und ruhig. Die Bildsprache ist zusätzlich klar und gut lesbar.

Wir können je Level bis zu 75 Leuchtkugeln einsammeln. Dies ist für den Highscore interessant, aber auch um schneller an neue Leben zu kommen. Denn Gefahren wie tiefes Wasser, Laserschranken, Dornen und Abgründe lösen unsere Spielfigur auf. Wir erscheinen dann jedoch an einer vorherigen Stelle und können wieder per Knopfdruck loslegen. Haben sich beide Figuren aufgelöst, ist eines von drei verfügbaren Lebensherzen verloren. Da das Spiel linear verläuft und es immer nur einen Ausgang gibt, müssen wir die Rätsel nacheinander verstehen und überwinden. So sollen alle Strategien angewendet werden, die wir erlernt haben. Wenn wir besonders gut agieren und möglichst viele Extrapunkte sammeln, öffnen wir spezielle Herausforderungen, die aber auch dementsprechend schwieriger sind und die gutes und schnelles Timing erfordern.

Herausfordernde Single-Kampagne versus chaotische Koop-Kampagne

Wird alleine gespielt, werden die Herausforderungen aufwendiger, da wir ständig zwischen beiden Figuren wechseln müssen. Teilweise steuern wir beide Figuren gleichzeitig, was an bestimmten Momenten eine gute Koordination der Hände und Augen benötigt. Bestimmte Passagen können dabei zu echten Kopfnüssen werden, da man zuerst das Rätsel selbst entschlüsseln muss, um dieses dann noch richtig zu absolvieren, während ein Countdown uns dazu zwingt, dies in wenigen Sekunden zu schaffen. Das Spiel verzichtet dabei auf Hilfestellungen. Für die erste Welt hat Entwickler Klonk Games im Internetblog Lösungen bereitgestellt. Die Schwierigkeit zieht bereits nach den ersten Leveln enorm an und ist auch für erfahrene Jump&Run-Fans herausfordernd.

Die gemeinsame Kampagne ist etwas einfacher, verlangt aber eine andere Spielweise, da man hier nur zusammen die Passagen bewältigen kann. Absprachen und Vertrauen untereinander sind wichtig, es können aber auch lustige Momente entstehen, wenn man versehentlich die Knöpfe verwechselt oder sich nicht an die Absprachen hält, sich also gegenseitig sabotiert. Besonders herausfordernd werden die Level, in denen man nicht mehr dieselben Körpergrößen gleichzeitig steuern kann, man also auf Knopfdruck nicht nur die eigene Körpergröße verändert, sondern auch die der anderen Figur. Dies fördert einen chaotisch, lustigen Spielablauf, kann aber auch zu Frust und Ärger führen, wenn man sich ständig sabotiert und ein vertrauensvolles Spielen nicht zustande kommt.

Beide Kampagnen sind unterschiedlich in der Länge (30 Level in der Solo-Kampagne und über 40 Level in der Koop-Kampagne) und auch verschieden gestaltet. So verändern sich die Rätselketten und unterscheiden sich teilweise vollständig. Nur die Grafiken und Versatzstücke ähneln sich dann noch. Dies erhöht auch die gesamte Spieldauer, wenngleich sich die Welten selbst nicht ändern.

Fazit

Das Münchener Studio Klonk Games hat mit Shift Happens einen kreativen, aber auch herausfordernden Puzzle-Plattformer erschaffen. In über 70 Leveln müssen unterschiedlichste Rätsel mit gelöst werden, um den jeweiligen Ausgang erreichen zu können. Dabei ist Zusammenarbeit in der Koop-Kampagne zwingend erforderlich. Obwohl die Optik bunt und kindlich erscheint, werden hier erfahrene und frustresistente Spieler*innen einen höheren Spielspaß finden, da die Sprung- und Rätselpassagen recht komplex werden können. Jüngere und unerfahrene Spielende könnten den Spaß schnell verlieren, wenn man sich gegenseitig sabotiert oder sie an einer Stelle nicht weiterkommen, denn Hilfestellungen gibt es keine.

Bewertung der Spieletest-Gruppe

Tabula e.V.

Bielefeld
Meinung der Tester*innen

Spielspaß: