Silent Hill f
Neuester Ableger der Survival-Horror-Reihe Silent Hill im Japan der 1960er-Jahre.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Pädagogische Altersempfehlung
Spielbeschreibung
In Silent Hill f erleben wir eine mysteriöse, düstere und verwirrende Horrorgeschichte um die Schülerin Hinako in einem ländlichen Dorf des Japans der 1960er-Jahre. In einzelnen Kapiteln steuern wir die Protagonistin durch die schaurige 3D-Welt und sammeln Gegenstände ein, welche wir für den Kampf und für das Überleben gegen albtraumhafte Monster benötigen. Klassisch für die Horror-Reihe von Konami sind die Erlebnisse und Dialoge zwischen den Figuren, die oftmals mehr verwirren als aufklären. Die Geschichte bleibt dadurch mysteriös und überrascht mit Wendungen und Schockmomenten. Spielende müssen letztendlich die Geschehnisse interpretieren, denn es ist für die Reihe nicht unüblich, keine wirkliche Antwort zu bekommen. Das lineare Spiel kann mehrmals hintereinander durchgespielt werden, was auch zur Spielidee gehört. Es verändern sich dadurch Dialoge und Handlungsstränge, die zu unterschiedlichen Enden führen. Dies gehört zur Spielerfahrung von Silent Hill f.
Pädagogische Beurteilung
Nebel des Grauens nun auch in Japan
Die Horror-Reihe Silent Hill vom japanischen Studio Konami hat in den bisherigen 9 Teilen (mit Ablegern und einem Remake) im namensgebenden fiktiven Ort Silent Hill in den USA gespielt. Nach 26 Jahren spielt Silent Hill f nun in einem komplett anderen Setting in Japan der 1960er-Jahre. Kenntnisse der bisherigen Spiele aus der Reihe sind nicht erforderlich, da eine komplett neue Geschichte mit neuen Personen an einem anderen Ort erzählt wird.
Die neue Ortschaft wird stimmungsvoll und bereits zu Beginn bedrohlich inszeniert. Die ländliche Atmosphäre wird gut eingefangen und mutet durch den ständigen Nebel mysteriös und unbehaglich an. Es finden sich zudem Elemente aus der japanischen Mythologie und es wird das Gesellschaftsmodell der japanischen Kultur der 60er-Jahre aufgezeigt. Die Protagonistin wird die meiste Zeit mit den Gefahren des Spiels alleingelassen. Die wenigen NPCs, die uns begegnen und begleiten, bleiben dezent im Hintergrund und können uns auch nicht helfen. Zudem führen das Auftauchen und die Dialoge mit den NPCs zu noch mehr Fragen und Verwirrung. Teilweise werden Erzählstränge auch gar nicht aufgelöst und wir müssen uns selber die eigentliche Geschichte oder Interpretationen zusammenreimen.
Klassisch verwirrendes Silent Hill
Im Vergleich zur anderen bekannten Horror-Reihe Resident Evil von Capcom, in der wir oft militärisch ausgebildete Charaktere steuern und dementsprechend viele verschiedene Schusswaffen nutzen können, spielen wir in Silent Hill in der Regel Zivilist*innen ohne militärische Ausbildung und können Schusswaffen nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Zusätzlich zeichnet sich die Reihe durch eine spezielle Atmosphäre aus, welche durch die visuellen Eindrücke und die aufkommende Klangkulisse erzeugt wird. So sind auch in Silent Hill f das Setting und die Landschaft das eigentliche Highlight. Die Einsamkeit und die unheimliche Stimmung werden bereits zu Beginn deutlich und mit jeder Minute intensiver. Verstärkt wird dies, da wir uns durch ein ländliches Dorf mit vielen verwinkelten Gasse bewegen, aber nirgends eine menschliche Seele zu finden ist. Dafür versucht uns das Spiel mit verschiedenen Soundgeräuschen zu täuschen. Wir hören dann vermehrt in die typisch japanischen Holzhütten hinein und schauen auf die Papiertüren, ob sich nicht etwas Bedrohliches dahinter verbirgt.
So gelingt es, eine beängstigende Kulisse aufzubauen, in der scheinbar harmlose Örtlichkeiten wie ein nebelverhangenes Reisfeld unheimlich und bedrohlich wirken. So wird ein schauriges Gefühl aufgebaut, bis wir zum Höhepunkt der Spannung auf tatsächliche Monster stoßen, welche aus Albträumen zu kommen scheinen. Der überwiegend lineare Levelaufbau zwingt uns, diese Gefahren passieren zu müssen. Das Spiel lebt von dem unterschwelligen Grusel, der eigentlich ruhigen Spielweise und dem Auseinandersetzen mit dieser Stille. Dadurch wirken die gelegentlichen Ereignisse mit deutlichen Actionelementen intensiver.
New Game Plus
Silent Hill f legt im Vergleich zu Genrevertretern den Fokus nicht auf Action, auch das Erkunden der Umgebung und das Lesen von Zeitungsartikeln oder Tagebucheinträgen gehören zum zentralen Spielerlebnis. Und wenn man das Spiel noch einmal von vorne anfangen möchte, entfaltet sich ein zusätzlicher Reiz. Im sogenannten New Game Plus ändern sich bestimmte Aspekte des Spiels. Während die Grundmechanik sowie die lineare Handlung und die Orte gleichbleiben, werden durch die Dialoge Unterschiede aufgezeigt, welche zwar noch mehr verwirren können, aber auch den eigentlichen Hintergrund der Geschichte aufzeigen. Ob man das Spiel nochmal durchspielen möchte, kann aber frei entschieden werden und ist nicht zwingend notwendig. Zudem ist es nicht garantiert, dass man die psychologisch verwirrende Geschichte dann verstehen wird.
Fazit
Silent Hill f richtet sich aufgrund der expliziten Horrorelemente, der Gewalt, aber auch aufgrund der sehr verwirrenden Geschichte mit großem interpretationsspielraum an Erwachsene. Die eher ruhige Spielweise wird durch die unheimliche und bedrohliche Atmosphäre verstärkt und ist Teil der zentralen Spielerfahrung. Wer sich darauf nicht einlassen möchte oder generell deutlich mehr vielfältige Action mit Schusswaffen bevorzugt, könnte eher unzufrieden zurückbleiben. Das japanische Setting mit eher klassischen Horrorelementen, einer verwirrenden und mysteriösen Handlung sowie einer dichten Atmosphäre stehen im Fokus des neuesten Ablegers der Silent-Hill-Reihe.

