Tentacular
Abwechslungsreiche VR-Simulation, in der man als riesiger Meeresbewohner mit Tentakeln für eine Insel arbeitet.
Allgemeines
VR-Headset wird benötigt.
Jugendschutz & Altersempfehlung
Spielmodi:
- nur alleine spielbar
Spielbeschreibung
In Tentacular vom Berliner Entwicklungsteam Firepunchd steuern wir einen gigantischen Meeresbewohner aus der 3D-Ego-Perspektive und erledigen abwechslungsreiche Aufgaben für die Insel La Kalma, einem Inselstaat mit eigenem Bürgermeister und Bewohner*innen, die ihrem Alltag nachgehen. Mit jeder erledigten Aufgabe erhalten wir mehr Informationen über unsere eigene Vergangenheit und erhalten mit Fortlauf der spannenden und mysteriösen Geschichte noch komplexere Aufgaben, die wir mit unseren beiden Tentakelarmen erledigen müssen. Wir heben mit den beiden Armen schwere Steine, Container, Kisten und sogar ganze Boote oder können teilweise gesamte Plattformen verschieben. Wir können aber auch die Bewohner*innen selbst hochheben und an anderen Stellen absetzen. Abseits der Haupthandlung können wir kleine Extraaufgaben erledigen, um weitere Objekte aus der Spielwelt freizuschalten, die wir dann für unseren eigenen Spielplatz, eine eigene Insel, verwenden dürfen. Dabei ist es uns überlassen, wie wir diese Insel bebauen möchten. Diese kann dann online geteilt werden.
Pädagogische Beurteilung
Das freundliche riesige Tentakelmonster bekommt vom A.M.T. eine Arbeit zugeteilt
Wir werden sehr schnell und auf absurde Weise in die Spielwelt hineingeworfen. Wir erfahren an unserem 16. Geburtstag, dass wir adoptiert wurden und werden dann direkt vom Bürgermeister von La Kalma gerufen. Wir sollen uns nun positiv in die Inselgesellschaft eingliedern, weil wir ansonsten zu viel Schabernack treiben würden. Daher erhalten wir vom riesigen Computer A.M.T. geeignete Miniaufgaben entsprechend unserer Qualifikation und helfen dann über mehrere Episoden und Kapiteln den verschiedensten Bewohner*innen bei ihren alltäglichen Problemen.
Bereits in der ersten halben Stunde geschehen derartig viele Dinge, dass wir kaum aus dem Staunen herauskommen. Die Bandbreite an Wendungen und absurden sowie kreativen Aufgaben ist hoch und unterhält großartig, wenn man sich auf den Humor der Spielwelt einlässt. Allerdings muss erwähnt werden, dass viel gelesen werden muss, da die Bewohner*innen in einer lustigen Fantasiesprache sprechen und der Text in Sprechblasen erscheint. Es kann zwar vieles übersprungen werden, aber dann müssen wir auch unsere nächsten Aufgaben selbst herleiten und herausfinden, was wir nun machen sollen. Das Spiel nimmt uns aber auch oft an die Hand oder ermöglicht auf kreative Weise, die Spielwelt und Steuerung besser zu verstehen und zu erlernen. Die Miniaufgaben vom A.M.T. sind eigentlich das Tutorial und auch in den ersten weiteren Story-Missionen lernen wir unterschiedliche Möglichkeiten.
Wir bauen uns eine Schleuder aus Strommasten und zielen mit Containern auf Gebäude
Wir bauen Türme aus Containern, helfen einem Bauunternehmen Müll wegzuräumen oder drehen an einer Kurbel für einen Leuchtturm, um diesen zu reparieren. Teilweise müssen wir um die Ecke denken und eine gesamte Inselplattform bewegen, damit wir eine Aufgabe erledigen können. Oder wir nutzen auf Anweisung der Bauarbeiter*innen Strommasten, um Container wie bei einer Schleuder auf Ziele zu schießen. Allgemein gibt es sehr viele Möglichkeiten, Dinge zu entdecken und so manches, auch fieses Geheimnis. Es lohnt sich daher, auch um Ecken oder hinter Gebäude zu schauen, was sich denn dahinter befindet. Das Spiel hat keinen richtigen Zeitdruck, sondern nur eine Zeituhr, die für Highscore-Jagden gedacht ist, uns aber auch daran erinnert, wie lange wir schon spielen.
Guter Oktopus oder böser Oktopus
Das Spiel ist grafisch imposant und entfaltet in der VR-Ansicht eine besondere Faszination. Es passieren auf den einzelnen Inseln so viele Dinge, dass man diese teilweise nur beobachten und damit interagieren möchte. Da man eine gewisse Bewegungsfreiheit hat, kann man an den vielen Schauplätzen auch allerlei entdecken, finden und verwenden. Zudem geht die Bevölkerung ihrem alltäglichen Tagesablauf nach und kann von uns mehr oder weniger angesprochen werden. Wir können aber auch recht fies werden und alles Mögliche wegwerfen, zerstören und die gesamte Insel ins Chaos stürzen. Auch Menschen können durch die Luft geworfen werden. Diese landen dann evtl. im Wasser und können dann auf ihren Rettungsringen wieder eingesammelt werden. Oder sie beschweren sich beim Abfliegen über das grobe Verhalten und erscheinen später wieder. Durch die putzige 3D-Grafik und den augenzwinkernden Humor wirken die Situationen stets harmlos und lustig.
Haben wir zu viel zerstört und können die eigentliche Geschichte gar nicht mehr verfolgen, erhalten wir in jeder Mission die Möglichkeit, alles wieder zurückzusetzen und das jeweilige Level von vorn zu beginnen. Dies müssen wir teilweise auch machen, weil wir nicht immer sofort die eigentlichen Aufgaben wirklich verstehen und neue Funktionen mit unseren beiden Tentakelhänden erstmal richtig hinbekommen müssen. Die Aufgaben sind aber meist schnell machbar und es ist erstaunlich, wie genau und detailliert man trotz hausgroßer Tentakeln Objekte greifen und bewegen kann. Das Feedback im Spiel ist hier sehr genau und es ist auch eine Freude, der Soundkulisse zuzuhören.
Nach der ersten halben Stunde hat man den Kreativmodus für die eigene Insel freigeschaltet. Danach kann man auch verschiedene abwechslungsreiche Miniaufgaben ausprobieren oder sich dem Bau der eigenen Insel widmen. Dies allein ermöglicht viele weitere Stunden kreativen Spielspaß mit teilweise verrückten Ideen, wie man an anderen geteilten Inseln aus der Community erkennen kann.
Fazit
Tentacular hat einen eigenen besonderen Charme und ist für Fans von VR-Spielen ein besonderes Highlight, da man über mehrere Stunden gut unterhalten wird. Das Spiel bietet viele kreative und überraschende Aufgaben und belohnt die Erkundung der gesamten Inselwelt. Die einzelnen Missionen sind angenehm kurz und die Handlung verläuft linear. Nach der ersten halben Stunde Spielzeit alle weiteren Inhalte freigeschaltet, um der Kreativität freien Lauf lassen zu können.
Dabei gilt es zu bedenken, dass das Spiel auch eine Geschichte erzählen möchte. Ungeduldige Spieler*innen, die sich keine Zeit für die Texte nehmen, werden oftmals kaum verstehen, was sie eigentlich machen sollen, planlos drauflos spielen und dann meist etwas zerstören. Jüngere und unerfahrene Spieler*innen könnten von den vielen Möglichkeiten etwas überfordert werden
Das Spiel bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und kann an die eigene Körpergröße, das eigene Geschick oder die bevorzugte Hand angepasst werden. Für die Nutzungszeiten mit einer VR Brille gelten die üblichen Pausenregelungen und dass z.B. jüngere oder ungeübte Spieler*innen sich Stück für Stück an die Brille und den VR-3D-Effekt gewöhnen müssen.
Bewertung der Spieletest-Gruppe
Kinder- und Jugendhaus Brake
Bielefeld
