Roblox
Game Creator Plattformen ermöglichen es Spieler*innen, eigene Spiele zu erstellen und zu teilen, wodurch Kreativität und digitale Kompetenzen gefördert werden. Durch die Vielzahl nutzergenerierter Inhalte variiert jedoch die Moderation und Schutzfunktionen je nach Plattform.
Allgemeines
Jugendschutz & Altersempfehlung
Kosten:
Spielmodi:
- Gegeneinander
- Miteinander
- Online
Pädagogische Altersempfehlung
Spielinhalte werden von Spielenden generiert und sind ungefiltert angeboten. Hier gibt es auch zahlreiche Inhalte mit Gewalt oder Horror sowie verschiedene Bezahlinhalte und Chatmöglichkeiten. Neben vielen Angeboten für jüngere Kinder, richten sich viele Inhalte auch an ältere Jugendliche. Eltern sollten darauf achten, welche nutzergenerierten Inhalte ihre Kinder spielen.
Spielbeschreibung
In Game Creator Plattformen können Spieler*innen durch verschiedene Werkzeuge und Tools selbst Level oder Spiele entwickeln. Die Nutzung ist häufig kostenlos. Die Bedienoberfläche reicht von benutzerfreundlichen Baukästen bis hin zu komplexer Software, die Programmierkenntnisse erfordert. Die erstellten Spiele lassen sich anschließend mit anderen teilen.
Eine Game Creator Plattform kann daher tausende von Games enthalten, die von anderen Nutzer*innen erstellt wurden (User Generated Content). Dadurch wird eine gründliche Inhaltsprüfung erschwert. Eltern und Fachkräfte sollten daher nicht nur die Plattform im Blick behalten, sondern auch die dort genutzten Inhalte. Während einige Plattformen nur wenige Schutzfunktionen und Überprüfungen bieten, verfügen andere über aktive Moderation und Jugendschutzeinstellungen.
Durch die Vielfalt an Inhalten, die einfache Verfügbarkeit und die kreative Freiheit begeistern Game Creator Plattformen viele Kinder und Jugendliche. Selbst Spiele zu gestalten, verleiht dem Hobby Gaming eine zusätzliche kreative Dimension, denn Game Creator Plattformen bieten großes Potenzial, digitale Kompetenzen und Kreativität zu fördern. Gerade bei jüngeren Kindern sollte die Nutzung jedoch eng begleitet werden.
Pädagogische Beurteilung
Was ist Roblox?
Roblox ist eine sogenannte Game Creator Plattform. Das bedeutet, dass die Inhalte auf der Plattform überwiegend von Nutzer*innen erstellt und veröffentlicht werden. Es gibt also nicht das eine „Roblox-Spiel“, sondern tausende verschiedene Games, die über Roblox angeboten werden. Diese Spiele werden auch “Experiences” genannt. Die Spielinhalte unterscheiden sich dabei erheblich voneinander. Roblox kann daher keinem festen Genre zugeordnet werden.
Spieler*innen können entweder direkt über einen Internetbrowser, über die Roblox-Webseite oder über die Roblox-App auf die Inhalte zugreifen. Webseite und App bieten die gleichen Inhalte. Um die Games zu starten, wird allerdings auf allen Plattformen die Roblox-Anwendung benötigt. Ein Großteil der Games sind Mehrspielertitel. Hier können die Spieler*innen miteinander interagieren und unter Umständen auch per Sprach- oder Textchat miteinander kommunizieren. Roblox wurde im Jahr 2006 veröffentlicht und ist seitdem kontinuierlich gewachsen. Durch die Möglichkeit, eigene Spiele zu erstellen und die große Auswahl an nutzergenerierten Inhalten, konnte sich Roblox weltweit als eine der bekanntesten und erfolgreichsten Game Creator Plattformen etablieren.
Welche Spiele gibt es?
Alle populären Spielegenres sind auch in Roblox vertreten. Es gibt beispielsweise Sport- und Rennspiele, aber auch Shooter, Strategiespiele, Rollenspiele oder Simulationen. Mal werden die Games aus einer Verfolgerperspektive (Third-Person), mal aus Sicht der Spielfigur (First-Person) gesteuert. In vielen Spielen kann zwischen beiden Perspektiven gewechselt werden. Bei zahlreichen Spielen ist nicht direkt erkennbar, welche Inhalte sie enthalten, welche Aufgaben erfüllt werden müssen oder welche Spielziele verfolgt werden.
Eltern und Erziehungsberechtigte sollten sich daher die jeweils genutzten Spiele genauer anschauen, um deren Eignung besser einschätzen zu können.
Viele Experiences bieten eine Mehrspielerfunktion oder sind ausschließlich im Mehrspieler spielbar. Hier treten die Spieler*innen beispielsweise gegeneinander an, lösen Aufgaben gemeinsam oder verstecken sich voreinander. Daneben existieren umfangreiche Simulationen, in denen die Teilnehmenden verschiedene Rollen übernehmen und beispielsweise das Leben in einer Kleinstadt nachspielen. Die Spielmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos, da ständig neue Inhalte von anderen Nutzer*innen erstellt werden. Dieses große Angebot übt auf viele Kinder und Jugendliche eine besondere Faszination aus. Ähnlich wie bei Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok können Inhalte schnell ausprobiert und anschließend wieder verlassen werden. Trends und populäre Spiele wechseln häufig, weshalb es für Außenstehende schwierig sein kann, den Überblick zu behalten.
Inhalte
Die Inhalte auf Roblox unterscheiden sich stark voneinander. Während viele Spiele für Kinder geeignet erscheinen, finden sich auch Inhalte, die problematisch oder nicht altersgerecht sein können. Im Report Wie sicher ist Roblox? aus dem Jahr 2023 dokumentiert jugendschutz.net verschiedene problematische Inhalte auf der Plattform. Dazu gehören unter anderem Shooter, in denen Anschläge oder Amokläufe nachgestellt werden, sowie Spiele mit rechtsextremen oder rassistischen Bezügen. Roblox prüft nutzergenerierte Inhalte grundsätzlich nicht vor ihrer Veröffentlichung. Stattdessen erfolgt die Moderation überwiegend nachträglich. Problematische Inhalte können daher zeitweise verfügbar sein, bevor sie erkannt, gemeldet oder entfernt werden. Solche Extrembeispiele stellen zwar nicht den Großteil der verfügbaren Inhalte dar, zeigen jedoch die grundsätzlichen Herausforderungen einer Plattform, die auf nutzergenerierten Inhalten basiert.
Entwickler*innen können freiwillig Angaben zu potenziell ungeeigneten Inhalten machen. Die Spiele werden anschließend im Rahmen der “Kennzeichnungen der Inhaltseinstufung” als Minimal, Mild, Mäßig oder Eingeschränkt gekennzeichnet. Diese Einstufungen können eine hilfreiche Orientierung bieten, sind jedoch nicht immer aussagekräftig. So können beispielsweise Ego-Shooter mit Kriegsinhalten, realistischer Blutdarstellung oder bedrückender Atmosphäre als Mäßig eingestuft sein. Die Einstufung Eingeschränkt bezieht sich vor allem auf Inhalte, die zusätzliche Kommunikationsfunktionen oder andere besondere Risiken enthalten.
Interaktion
Die Interaktion mit anderen Spieler*innen ist ein zentraler Bestandteil vieler Roblox-Experiences. Es gibt Text- und Sprachchats, die häufig während des Spielens genutzt werden. Hierbei kann es zu Kontakten mit fremden Personen kommen. Nach Angaben von Roblox werden die Textchats von Nutzer*innen, die ein Alter von zwölf Jahren oder jünger angegeben haben, automatisiert gefiltert. Roblox gibt an, sowohl unangemessene Inhalte als auch persönliche Informationen aus fremden und eigenen Nachrichten zu erkennen und zu blockieren.
Für Nutzer*innen ab 13 Jahren gelten weniger strenge Filtermechanismen. Nutzer*innen ab 17 Jahren, die ihr Alter verifiziert haben, können auf Inhalte zugreifen, in denen die Kommunikation teilweise weniger stark reguliert wird. Roblox untersagt nach eigenen Angaben Belästigungen, Diskriminierung, Gewaltandrohungen, Aufrufe zu Gewalt und sexualisierte Inhalte. Wie konsequent Verstöße erkannt und geahndet werden, lässt sich von außen jedoch nur eingeschränkt beurteilen. Eine weitere Möglichkeit der Interaktion sind sogenannte Emotes. Dabei führt die eigene Spielfigur auf Knopfdruck bestimmte Bewegungen, Gesten oder Tänze aus.
In den Kontoeinstellungen können Eltern und Erziehungsberechtigte Kommunikationsfunktionen einschränken oder deaktivieren.
Welche Jugendschutzfunktionen gibt es?
Roblox bietet verschiedene Möglichkeiten, ein Konto sicherer zu gestalten. Dazu gehören unter anderem Kindersicherungen, mit denen Eltern beispielsweise Chatfunktionen einschränken oder deaktivieren können. Darüber hinaus lassen sich Einstellungen zum Datenschutz und zur Freundesliste anpassen. Echtgeld-Ausgaben können eingeschränkt oder deaktiviert werden. Über das Eltern-Dashboard erhalten Erziehungsberechtigte zusätzliche Möglichkeiten, die Nutzung zu begleiten.
Wichtig ist, dass Eltern sich aktiv mit diesen Funktionen auseinandersetzen und die Einstellungen regelmäßig überprüfen. Nicht alle Schutzmaßnahmen sind standardmäßig aktiviert.
Altersverifikation
Roblox hat 2026 neue Kommunikationsregeln eingeführt, die auf verschiedenen Altersgruppen basieren. Für bestimmte Kommunikationsfunktionen kann eine Altersverifikation erforderlich sein. Diese erfolgt entweder über eine automatische Altersschätzung mittels Kamera oder Webcam oder über eine Ausweiskontrolle. Nutzer*innen werden dabei verschiedenen Altersgruppen zugeordnet:
- unter 9 Jahre
- 9 bis 12 Jahre
- 13 bis 15 Jahre
- 16 bis 17 Jahre
- 18 Jahre und älter
Nutzer*innen einer Altersstufe können nur mit anderen Nutzer*innen dieser Alterstufe kommunizieren, außer Eltern erlauben einen Kontakt. Das funktioniert nur mit der Funktion der sogenannten vertrauten Freunden. Diese soll ermöglichen, dass beispielsweise Familienmitglieder unterschiedlichen Alters miteinander kommunizieren und spielen können. Nutzer*innen unter 13 Jahren benötigen hierfür die Zustimmung ihrer Eltern. Vertraute Freundschaften setzen zudem eine Altersverifikation voraus. Kritiker*innen weisen darauf hin, dass technische Altersverifikationssysteme grundsätzlich fehleranfällig sein können und sich unter Umständen umgehen lassen. Wie wirksam die aktuellen Maßnahmen langfristig sind, bleibt abzuwarten.
Grundsätzlich gilt weiterhin: Auch mit Altersverifikation können Kinder und Jugendliche auf Inhalte stoßen, die nicht altersgerecht sind oder manipulative Designmechanismen (Dark Patterns) enthalten. Altersverifikationen allein können daher keine vollständig sichere Nutzung gewährleisten.
Eltern sollten sich weiterhin dafür interessieren, mit wem Kinder und Jugendliche auf Roblox kommunizieren und welche Inhalte genutzt werden.
Einige Spiele bieten eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten auch für nicht altersverifizierte Konten an. In diesen Experiences können zum Beispiel fertige Textbausteine wie “Danke”, “Entschuldigung” oder Emojis gesendet und empfangen werden.
Wie funktioniert die Anmeldung?
Nutzer*innen müssen sich registrieren, um Roblox nutzen zu können. Bei der Anmeldung müssen ein Geburtsdatum sowie ein Benutzername und Passwort angegeben werden. Roblox überprüft das angegebene Geburtsdatum nicht automatisch. Viele andere Online-Dienste verlangen zusätzlich eine E-Mail-Adresse, an die ein Aktivierungslink gesendet wird. Auch diese Methode stellt jedoch keine Altersüberprüfung dar. Sie erschwert lediglich die eigenständige Anmeldung jüngerer Kinder.
Bei Roblox können Nutzer*innen innerhalb weniger Sekunden ein neues Konto erstellen. Auf mobilen Geräten muss zunächst die App installiert werden.
Seit Januar 2025 wird Roblox im Rahmen des IARC-Systems in Deutschland mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren eingestuft. Entsprechend wird die App in den App-Stores von Apple und Google mit dieser Alterskennzeichnung versehen. Je nach Geräteeinstellungen können Jugendschutzfunktionen den Download für jüngere Nutzer*innen verhindern.
Die Altersfreigabe bezieht sich auf die Plattform als Ganzes und nicht auf einzelne Spiele innerhalb von Roblox. Da die Inhalte von Nutzer*innen erstellt werden und sich ständig verändern, können die Erfahrungen auf der Plattform sehr unterschiedlich ausfallen.
Monetarisierung
Roblox ist grundsätzlich kostenlos spielbar. Gleichzeitig existieren zahlreiche Möglichkeiten, innerhalb der Plattform Geld auszugeben. Mit der virtuellen Währung „Robux“ können Spieler*innen Gegenstände, Kleidung, Fähigkeiten oder andere digitale Inhalte erwerben. Robux müssen zuvor mit echtem Geld gekauft werden. Gerade für Kinder kann es schwierig sein, den Zusammenhang zwischen virtueller Währung und tatsächlichen Kosten zu überblicken.
Gegenstände können sowohl über den Marktplatz als auch innerhalb einzelner Spiele gekauft werden. Ein Großteil dieser Inhalte wird von anderen Nutzer*innen erstellt und angeboten. Die Preisspanne reicht von kostenlosen Objekten bis hin zu sehr hochpreisigen Gegenständen, deren rechnerischer Gegenwert mehrere Millionen Robux beziehungsweise Euro betragen kann. Tatsächlich können solche Beträge jedoch nicht auf einmal ausgegeben werden, da zunächst Robux-Pakete erworben werden müssen. Roblox bietet verschiedene Robux-Pakete an. Wie bei vielen anderen digitalen Währungen erhalten Käufer*innen bei größeren Paketen mehr Robux pro investiertem Euro. Für einen Großteil der Käufe werden ausschließlich die Robux-Kosten angezeigt. Dadurch fällt es schwerer, die tatsächlichen Echtgeldkosten einzuschätzen. Entwickler*innen können ihre Spiele ebenfalls monetarisieren. Dazu gehören beispielsweise kostenpflichtige Gegenstände, zusätzliche Inhalte oder sogenannte Battle Pässe. Diese Käufe gelten häufig nur innerhalb des jeweiligen Spiels. Andere Gegenstände, beispielsweise Kleidung oder Emotes, sind häufig an das Konto gebunden und können in verschiedenen Spielen genutzt werden.
Eltern und Spieler*innen sollten daher genau prüfen, ob die angebotenen Inhalte den verlangten Preis wert sind.
Auf Roblox finden sich zahlreiche sogenannte Dark Patterns. Dabei handelt es sich um Designmechanismen, die Nutzer*innen dazu bewegen sollen, mehr Zeit oder Geld zu investieren, als ursprünglich beabsichtigt war. Diese Mechanismen richten sich häufig an Kinder und Jugendliche, die solche Strategien noch nicht vollständig durchschauen können. Mehr Infos gibt es hier: spieleratgeber-nrw.de/ratgeber/risiken/dark-patterns/
Roblox Premium
Zusätzlich können Nutzer*innen eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abschließen. Diese enthält eine monatliche Menge an Robux sowie weitere Vorteile. Je nach Tarif kostet Roblox Premium zwischen 5,99 € und 23,99 € pro Monat und verlängert sich automatisch. Abonnent*innen erhalten außerdem zusätzliche Robux beim regulären Kauf von Währungspaketen.
Dieses Vorteilssystem kann Druck erzeugen, ein Abonnement abzuschließen, da Käufe außerhalb der Mitgliedschaft vergleichsweise unattraktiver erscheinen.
Werbung und Markenkooperationen
Große Unternehmen haben längst erkannt, dass Plattformen wie Roblox oder Fortnite attraktive Umgebungen für Marketingmaßnahmen darstellen. Marken können auf Roblox beispielsweise eigene virtuelle Gegenstände, digitale Veranstaltungen oder komplette Spiele veröffentlichen. Zu den Unternehmen, die bereits mit Roblox kooperiert haben, gehören unter anderem Tommy Hilfiger, Gucci, Vans, Nivea, Nike oder McDonald’s. Darüber hinaus können Spieler*innen auch innerhalb anderer Experiences mit Werbeinhalten konfrontiert werden. Diese werden beispielsweise über digitale Plakate oder Videos eingebunden. Nicht alle Spiele enthalten Werbung und nicht alle Nutzerinnen erhalten die gleichen Werbeinhalte.
Aus medienpädagogischer Sicht sind diese Werbeformen kritisch zu betrachten. Die Trennung zwischen Unterhaltung und Werbung ist für Kinder nicht immer leicht erkennbar. Inhalte wie beispielsweise „NIVEA Tower Run“ werden ähnlich präsentiert wie andere Experiences. Sie dienen jedoch in erster Linie Marketingzwecken und sollen die Sichtbarkeit und Bekanntheit einer Marke erhöhen. Auch wenn solche Inhalte nicht zwangsläufig problematische Spielinhalte enthalten, können sie frühzeitig Markenbindungen fördern.
Welche Potenziale hat Roblox?
Trotz der genannten Risiken bietet Roblox auch positive Aspekte. Für viele Kinder und Jugendliche ist Roblox nicht nur ein Spiel, sondern auch ein kreativer Lernraum. Die Plattform ermöglicht erste Erfahrungen mit digitaler Gestaltung, Teamarbeit, Programmierung und Projektentwicklung. Durch die Entwicklung eigener Spiele können Kinder und Jugendliche spielerisch Kompetenzen in den Bereichen Game Design, Problemlösung und technisches Verständnis erwerben. Die Zusammenarbeit mit anderen Entwickler*innen kann zusätzlich soziale Kompetenzen fördern. Auch die Auseinandersetzung mit digitalen Geschäftsmodellen, Online-Kommunikation und Plattformökonomien kann – bei entsprechender Begleitung – wertvolle Lernerfahrungen ermöglichen. Darüber hinaus gibt es viele Spiele, die kostenlos oder nur mit wenigen Bezahlinhalten genutzt werden können. In zahlreichen Communities findet ein respektvoller und unterstützender Austausch statt.
Wie andere Online-Spiele bietet Roblox außerdem die Möglichkeit, gemeinsam mit Freund*innen und Gleichgesinnten zu spielen und soziale Kontakte zu pflegen. Voraussetzung hierfür ist ein bewusster Umgang mit den Chancen und Risiken digitaler Kommunikation.
Wie erstelle ich selbst Spiele?
Um eigene Spiele zu entwickeln, benötigen Nutzer*innen Roblox Studio. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Entwicklungsumgebung, die separat heruntergeladen werden kann. Roblox Studio bietet zahlreiche Werkzeuge zum Gestalten von Spielwelten, Spielfiguren und Spielmechaniken. Vorkenntnisse in der Programmiersprache Lua können hilfreich sein, sind jedoch nicht zwingend erforderlich. Zahlreiche Tutorials, Hilfestellungen und Community-Angebote erleichtern den Einstieg. Eigene Projekte können nach ihrer Fertigstellung veröffentlicht und mit anderen Nutzer*innen geteilt werden.
Fazit
Roblox ist eine vielseitige Plattform mit kreativem Potenzial, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Insbesondere in Bezug auf Jugendschutz, Kommunikation und manipulative Designmechanismen (Dark Patterns). Mit zunehmendem Alter steigt die Fähigkeit, problematische Inhalte, Monetarisierungsmechanismen und Kommunikationsrisiken kritisch einzuordnen. Roblox bleibt jedoch besonders für Kinder und jüngere Jugendliche attraktiv. Daher ist eine aktive Begleitung durch Eltern weiterhin sinnvoll. Da die Plattform auf nutzergenerierten Inhalten basiert, lässt sich keine allgemeingültige Aussage über die Eignung aller verfügbaren Spiele treffen.
Eltern und Fachkräfte sollten sich daher nicht nur mit Roblox als Plattform beschäftigen, sondern insbesondere mit den konkret genutzten Spielen. Zudem sollte insbesondere bei jüngeren Kindern transparent sein, ob und mit wem auf der Plattform kommuniziert wird.
Obwohl die meisten Spiele kostenlos gestartet werden können, setzen viele Angebote auf Bezahlinhalte und Monetarisierungsstrategien. Teilweise sind ganze Spielkonzepte darauf ausgelegt, möglichst viele Käufe innerhalb des Spiels zu fördern. Darüber hinaus können Kinder und Jugendliche auch ohne Altersverifikation auf Inhalte stoßen, die nicht altersgerecht sind. Eine vollständig sichere Nutzung kann daher derzeit nicht gewährleistet werden. Plattformbetreiber stehen weiterhin vor der Herausforderung, nachvollziehbare und wirksame Lösungen für den Kinder- und Jugendschutz bereitzustellen.
Die Entwicklung eigener Spiele bietet hingegen viele Chancen. Roblox Studio stellt eine vergleichsweise zugängliche Entwicklungsumgebung mit umfangreichen Hilfestellungen zur Verfügung. Wer erste Schritte im Game Design unternehmen möchte, kann daneben auch Alternativen wie Scratch, GameMaker, Godot, Twine oder RPG Maker in Betracht ziehen.
Bewertung der Spieletest-Gruppe
GAMER TREFF Jugendzentrum Blomberg
BlombergWas ist gut? Was ist schlecht?
+ ROBLOX-Studio mit all seinen Funktionen
+ Kreative Spiele wie Theme Park Tycoon
+ Die kostenpflichtigen Inhalte werden größtenteils offensichtlich dargestellt
+ Möglichkeit für Freunde sich virtuell auszutauschen
– Für junge Kinder keine eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit bei der Spielauswahl
– Für Eltern schwierige Kontrollmöglichkeiten, da immer wieder neue Inhalte hochgeladen werden
– Keine deutsche Sprachausgabe
– Keine Garantie darüber, wer wirklich vor dem Computer sitzt
Unsere Tipps an Erwachsene:
- Geben Sie die E-Mail-Adresse eines Erwachsenen an
- Prüfen Sie hin und wieder neue Inhalte beim ROBLOX-Player
Unsere Tipps an Kinder und Jugendliche:
- Keine privaten Daten wie Handynummer oder Fotos weitergeben
- Immer darauf achten, ob ihr gerade echtes oder virtuelles Geld ausgebt
- Jeder empfindet eine virtuelle Freundschaft anders. Durch die gewisse Anonymität im Internet müsst ihr mit Enttäuschungen rechnen
- Immer mal wieder eine Pause einlegen
Hinweis der Redaktion: Der Test des GAMER TREFF basiert auf einer alten Roblox-Version
