Cover von Stardew Valley
Spielbeurteilung

Stardew Valley

Umfangreicher und faszinierender Farming-Simulator.

Zwei Pixelfiguren befinden sich in einem Haus. Eine von beiden hat ein ! über ihrem Kopf.
Eine Pixelfigur befindet sich in einem Hühnerstall. Ein Huhn hat ein Herzemote über sich.
Eine Pixelfigur mit Schwert befindet sich in einer Höhle.
Eine kleine Farm. Es sind Kürbisse und weitere Dinge angepflanzt.
4
5

Allgemeines

Vertrieb: Concerned Ape
Spielewebsite: Website aufrufen
Erschienen: 26. Februar 2016
Besondere Hinweise:

Stardew Valley ist mittlerweile auch auf Deutsch verfügbar.

Jugendschutz & Altersempfehlung

USK Alterskennzeichen

USK ab 6
USK ab 6 freigegeben

Spielmodi:

  • max. 4 Spieler*innen
  • Miteinander
  • Lokal
  • Online

Pädagogische Altersempfehlung

10
spielbar ab 10 Jahren

Spielbeschreibung

Einen Bauernhof betreiben, Freundschaften mit Dorfbewohnern knüpfen und sich um seine Tiere kümmern – dieses Spielkonzept ist keine gänzlich neue Idee. Schon die Spiele der Harvest Moon Reihe behandelten diese Thematiken. Dennoch zieht Überraschungshit und Bauernhof-Simulation Stardew Valley aktuell viele Spieler*innen in den Bann. Dies liegt unter anderem an der liebevollen Gestaltung, der leicht zugänglichen Spielmechanik und dem fast schon meditativen Gameplay, das dennoch nicht langweilig wird und alles andere als eintönig ist.
Die Hintergrundgeschichte ist schnell erklärt: Die wahlweise männliche oder weibliche Spielfigur hat genug vom Leben in der Großstadt und dem tristen Bürojob und nimmt die Einladung des Großvaters an, auf das Land zu ziehen und auf dem verwitterten Bauernhof ein neues Leben als Farmer zu beginnen. Auf diesem angekommen gilt es, den Hof aufzuräumen, Felder zu beackern, Pflanzen zu säen und zu ernten. Nach und nach können auch neue Gebäude wie beispielsweise ein Stall errichtet werden, um Nutztiere zu halten. Und auch Freundschaften mit den ansässigen Dorfbewohner sind wichtig, da diese einen regelmäßig mit Aufgaben versorgen. Außerdem kann auch gekämpft werden, denn in der Mine warten kleine Monster und Gegner, aber auch Mineralien, die abgebaut werden können.

Pädagogische Beurteilung

Säen und ernten

Augenscheinlich liegt das Hauptaugenmerk von Stardew Valley auf dem Pflanzen, Gießen und Ernten von Blumen, Gemüse und Früchten. Saatgut kann im hiesigen Dorfladen gekauft und auf der Farm angepflanzt werden. Danach ist tägliches Gießen wichtig, um die Pflanzen anschließend zu ernten und am Ende mit Gewinn zu verkaufen. Es gibt also einiges zu tun, jedoch haben die Spieler*innen hierfür nur begrenzte Zeit zur Verfügung. Denn wie im echten Leben läuft die Uhrzeit des Tages (jedoch wesentlich schneller als in der Realität) und sobald es Nacht wird, sollte man die Spielfigur ins Bett schicken. Daher müssen die Aktionen, die man an dem Tag abarbeiten will, auch genau geplant werden. Hat man fast den kompletten Tag im Spiel auf der Farm gearbeitet, sollte man beispielsweise einen Ausflug in die Minen auf den nächsten Tag verschieben. Außerdem wechseln die Jahreszeiten im Spiel. Jede der vier Jahreszeiten dauert genau 28 Tage und in jeder Jahreszeit können andere Pflanzen angebaut werden. Da jedoch auch die Pflanzen eine gewisse Zeit brauchen, bevor sie geerntet werden können, muss auch hier geplant werden. Im schlimmsten Fall ist die Pflanze am letzten Tag der Jahreszeit noch nicht reif und wird dann mit dem Jahreszeitenwechsel schlecht.

Kämpfen und Rohstoffe abbauen

Ein weiteres zeitaufwändiges Aufgabenfeld ist die Mine. Dort gilt es, durch das Besiegen von Gegnern oder den Abbau verschiedener Steine und Mineralien Treppen zu finden, die eine Ebene weiter hinunter führen. Umso weiter man in die Tiefen vordringt, umso seltenere Mineralien und Rohstoffe können gefunden werden. Allerdings werden auch die Gegner gefährlicher und man muss auf seine Energie- und Ausdaueranzeige achten. Die Ausdauerleiste zeigt an, wie viele Aktionen die Spielfigur noch ausführen kann, bevor sie erschöpft zusammenbricht. Jede Aktion wie Gießen oder Zuschlagen mit der Axt oder Hacke kostet Ausdauerpunkte. Die Energieleiste hingegen zeigt die Lebensenergie an, die bei jedem Treffer von Feinden oder Monstern sinkt. Zusätzlich läuft auch in der Mine die Zeit weiter. Daher muss darauf geachtet werden, dass die beiden Leisten nicht auf null sinken und es auch nicht zu spät wird, damit die Spielfigur noch rechtzeitig nach Hause und ins Bett kommt. Schafft man einen dieser Faktoren einmal nicht, wacht die Spielfigur daheim oder im Krankenhaus auf, hat Geld und/oder Gegenstände verloren und an diesem Tag stehen weniger Ausdauerpunkte zur Verfügung.

Häuser bauen und Tiere füttern

Das Sammeln von Rohstoffen ist ein wichtiger Faktor, um im Spiel voranzukommen. Neben Holz und Steinen müssen allerhand verschiedene Objekte gesammelt werden, um Rezepte zu kochen oder Objekte zu craften. Craften bedeutet, dass Gegenstände (wie Zäune, Sprinkler oder Ähnliches) aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt werden. Zudem können durch Geld und Rohstoffe nicht nur das eigene Haus vergrößert, sondern auch Farmgebäude gekauft werden. In diesen können dann Hühner, Kühe und weitere Tiere platziert werden, um die sich jedoch auch gekümmert werden muss, damit die Spieler*innen Eier oder Milch erhalten. Hat man genug von seiner Farm, kann man auch einfach durch die Gegend spazieren, Fische fangen, wilde Beeren oder Blumen sammeln und das Dorf erkunden.

Heiraten und Kinder kriegen

Obwohl die Spielenden mit der Farm, den Tieren und den Kämpfen in der Mine bereits einiges zu tun haben, sollten sie auch versuchen, sich mit den Dorfbewohner gut zu stellen. Durch einfache Gespräche und kleine Geschenke steigt der Freundschaftsrang. Doch nicht jeder Bewohner freut sich über die gleichen Präsente. So gilt es herauszufinden, welche Figur welche Art von Geschenken bevorzugt. Ab und an stellen die Bewohner auch Aufgaben an die Spieler*innen. Dann hat man einen gewissen Zeitraum, um der jeweiligen Person eine Frucht, Blume, ein Gemüse, einen Fisch oder etwas anderes zu bringen.
Zehn der Dorfbewohner sind Single und können bei hohem Freundschaftswert auch geheiratet werden. In diesem Fall zieht der Ehepartner mit auf den Bauernhof, hilft bei der Farmarbeit und das frisch gebackene Ehepaar kann auch Kinder bekommen. Hierbei können übrigens auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten und Kinder adoptieren. Man hat also zwischen allen heiratswilligen Figuren die Wahl, unabhängig davon, welches Geschlecht er spielt.

Und warum das Ganze?

Stardew Valley verfügt über kein wirkliches Spielziel. Auch wenn es Spieler*innen oder Nicht-Spieler*innen gibt, die in jedem Spiel einen Sinn suchen, gibt es einige, die nur dafür da sind, um gespielt zu werden. Stardew Valley gehört dazu.
Letztlich sind auch Spiele Geschmackssache und jede*r kann sich eigene Ziele setzen und versuchen, diese zu erreichen. Diese können sein mit allen Bewohner einen vollen Freundschaftsrang zu bekommen, alle seltenen oder legendären Fische zu fangen, alle Stardrop-Früchte zu finden oder eine logistisch perfekte Farm zu errichten. Das einzige Ziel, das einem mehr oder weniger durch die Geschichte vorgegeben wird ist das Bürgerhaus zu sanieren. In diesem haben sich kleine Geister eingenistet, denen man bestimmte Objekte als Geschenke bringen kann, um Belohnungen zu erhalten. Sind alle diese Aufgaben erfüllt, erstrahlt das Bürgerhaus in neuem Glanz – das Spiel ist dadurch aber natürlich nicht vorbei.

Fazit

Der Farming-Simulator klingt relativ simpel, überzeugt aber durch eine hohe Komplexität, viele verschiedene Möglichkeiten und eine liebevolle Gestaltung. Die Grafik erinnert an Spieleklassiker der Ära des Super Nintendo und auch die Musik ist einfach, aber passend. Stardew Valley scheint nicht viel Action oder Spannung zu bieten und lädt zum Zeitvertreib für Zwischendurch ein. Doch erst mit dem Spielen wird deutlich, wie clever die Aufgaben miteinander verknüpft sind und ehrgeizige Spieler*innen packt schnell die Ambition, die Tiergehege zu vergrößern, den Freundschaftsrang zu steigern, noch tiefer in die Mine vorzudringen, eine Nebenaufgabe zu erledigen, einen seltenen Fisch zu fangen oder oder oder … Gerade dadurch kann es hier vorkommen, dass Spieler*innen die Zeit vergessen und aus einem kurzen Spiel sehr lange Spielphasen werden – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Daher empfehlen wir das Spiel ab 10 Jahren, insofern das Interesse für das Genre da ist und die Sprache kein Hindernis darstellt. Denn bisher wird der komplette Text im Spiel nur auf Englisch in geschriebenen Dialogen und Textblöcken erzählt. Ein Patch, um die Texte auf Deutsch zu übersetzen ist geplant.

Bewertung der Spieletest-Gruppe

Gaming Grünau

Bad Salzuflen
Meinung der Tester*innen
Spielspaß: